Machtpolitische Spurensuche am Potsdamer Platz

“Rather than affirming the current condition of cities as the expression of transhistorical laws of social organization, bureaucratic rationality or economic efficiency, critical urban theory emphasizes the politically and ideologically mediated, socially contested and therefore malleable character of urban space—that is, its continual (re)construction as a site, medium and outcome of historically specific relations of social power.” (Neil Brenner: What Is Critical Urban Theory? 2009)

Ähnlich wie David Harvey, der in A View From Federal Hill (1992) anhand des Stadtbildes seiner Heimatstadt Baltimore soziopolitische Entwicklungen ‘abliest’, wandten wir diese Methode des ‘Reading the Urban Landscape’ auf den Potsdamer Platz an. Hierbei fragten wir uns: Wie manifestieren sich Macht und Kapital im gebauten Raum? Welche Ideologien verstecken sich hinter Glasfassaden und spektakulärer Stararchitektur? Wie reguliert Architektur unsere Bewegungen um den Platz?

Nachdem der Potsdamer Platz im Krieg zerstört worden war und anschließend als Grenzstreifen diente, sollte er nach dem Fall der Berliner Mauer zu einem international repräsentativen neuen Zentrum der Hauptstadt ausgebaut werden. Das Ergebnis ist ein hoch frequentierter, aber anonymer Verkehrs-, Handels-, Konsum-, und Unterhaltungsort, an dem unkonventionelle Handlungen nicht vorgesehen sind.

Der Platz, auf dem die erste Ampel Europas stand, ist auch heute noch ein Paradebeispiel für die Reglementierung städtischer Akteur*innen durch Architektur.

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