Orte und Wege

Lieblingsort? Ein Lieblingsort? Nein, gleich mehrere.
Der eine ist das Dach, hoch oben kann man sitzen, wie De Certeau auf New York, auf Berlin herunterblicken. Die Stadt in der man sonst Teil des Gewimmels ist, liegt vor einem und wirkt auf einmal wie beruhigt. Von dort aus hat man den “Überblick”, nicht nur über den Raum sondern auch, zumindest gefühlt, über die eigenen Gedanken. Entrückt sozusagen. Man möchte zwitschern wie die Amsel auf der Antenne.
Der zweite Ort, ist weniger Ort als Weg. Von der Georgenstraße vorbei am Bode-Museum – Brücke – Stufen herunter – Stufen wieder hinauf – Park -Monbijoupark – duftende Bäume – Wiese/Gras unter den Füßen – dann kleines altes Berlin – aber auch American Diner und Beach Boys – Wow! Dieser Szenenwechsel! – Sophienkirche – Renaissance??? – Sophienstr. 22 – KuWiseminar – okay!
Dieser Lieblingsweg ist Lieblingsweg weil so typisch, so charakteristisch für diese Stadt: Szene schiebt sich vor Szene, ohne abzuwarten, Altes verdrängt Neues und vice versa… da muß ich doch glatt an Simmel denken: Toll!
Ich finde meine Lieblingsorte/Lieblingswege überall, bzw. ich kann sie überall finden. Es geht mir dabei weniger um einen bestimmten Ort sondern das, was ihn letztlich auszeichnet: seinen Charakter! Ob das nun typisch Großstadt, typisch Berlin oder typisch irgendwas ist kann ich nicht sagen.

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